Reisevorkasse bald Geschichte?

Pauschalurlaub und Flüge schon vor Reiseantritt bezahlen? Damit könnte vielleicht schon bald Schluss sein!

Reinhold Jost. Diesen Namen sollten Urlauber sich gut merken, könnte er doch derjenige sein, der für die Abschaffung der Vorkasse bei Reisebuchungen gesorgt hat. Reinhold Jost ist saarländischer Minister für Verbraucherschutz. Er fordert, die gängige Praxis der Vorkasse gänzlich neu zu überdenken.

Denn bisher ist es so, dass Reiseveranstalter bei Pauschalreisen eine Vorkasse von bis zu 20% verlangen können. Die Restzahlung ist meist 30 Tage vor Reiseantritt fällig. Bei Flügen sieht es sogar noch schlimmer aus: Hier müssen wir Verbraucher den Flug bereits zu 100% bei Buchung zahlen. Auch wenn der Flug dann selbst erst in einigen Monaten stattfindet. Eine Praxis, die Verbraucherschützer schon seit vielen Jahre bemängeln. Und wenn wir uns das Jahr 2020 einmal ansehen, so sehen wir, dass viele Airlines oder Reiseveranstalter vermutlich nur überlebt haben, weil sie unsere Zahlungen auf dem Konto hatten (und selten zeitnah wieder rausrückten).

Im Hinblick auf jüngste Pleiten von Reiseveranstaltern ist es absolut nachvollziehbar, dass dieses Thema wieder auf die Agenda gehört! Anfang Mai soll das Thema nun auf die Tagesordnung der Konferenz der Verbraucherschutzminister der Länder. Bleibt zu hoffen, dass es hier zu einer verbraucherfreundlichen Änderung der aktuellen Praxis kommt.

Hat Ihr Reiseveranstalter zuviel verlangt, fordern Sie den Teil der Anzahlung wieder zurück. Das geht beispielsweise mit diesem Musterformular der Verbraucherzentralen.

Bild: iStock/seb_ra

Ron Perduss

Ich bin gelernter Bankkaufmann. Als Journalist mache ich seit über 20 Jahren Radio und seit 8 Jahren Fernsehen. Seit 2009 habe ich mich auf Verbraucherthemen spezialisiert. Fokus sind hier Ihre Fragen rund um Finanzen, Versicherungen, Verbraucher- und Reiserecht. Außerdem teste ich regelmäßig Produkte. Meine Beiträge laufen auch auf verschiedenen Radio- und TV-Sendern.

Kommentar hinzufügen