Miete mindern wegen Tropenhitze?

Wie oft haben wir uns im Winter den Sommer herbeigesehnt. Kaum ist er mit tropischen Temperaturen da, ist es viel verständlicherweise viel zu warm! “Kaum auszuhalten – da ist der Klimawandel!”.

Aber die Beschwerden nützen am Ende nicht viel. Warm bleibt es natürlich trotzdem. Aktuell zieht eine Hitzefront von Südwesten Europas Richtung Deutschland. Tageshöchstwerte von 35 Grad sind dann keine Seltenheit. Wer dann im Dachgeschoss wohnt, freut sich besonders. Aber ist eine überhitzte Wohnung ein Mietmangel?

So können Sie Ihre Miete mindern

Tatsächlich kann eine zu heiße Wohnung einen Mietmangel darstellen. Dabei kommt es aber immer auf den Einzelfall an. Gerichte orientieren sich hier oft an den sogenannten “Technischen Regeln für Arbeitsstätten”. Demnach darf die Raumtemperatur in Arbeitsräumen nicht höher als 26 Grad Celsius sein. Wollen Sie Ihre Miete mindern, müssen Sie zunächst also nachweisen, dass die Temperatur oft über diesem Wert liegt. Dazu können Sie Zeugen benennen oder ein Thermometer mit Aufzeichnungsfunktion verwenden. Außerdem ist es hilfreich ein Protokoll anzufertigen, um die Situation zu untermauern. Zeigen Sie dem Vermieter den Mangel schriftlich an und setzen ihm eine Frist von 14 Tagen zur Beseitigung des Mangels.

Der Vermieter kann zum Beispiel durch Markisen oder auch durch den Einbau einer Klimaanlage Abhilfe schaffen .Sie selbst dürfen ohne Zustimmung des Vermieters natürlich keine baulichen Veränderungen an der Mietsache vornehmen. Achtung: Wer im Dachgeschoss wohnt oder eine Wohnung mit großer Fensterfront hat, muss eine höhere Temperatur (baubedingt) hinnehmen! Denn hier sollte einem vor Einzug klar sein, dass es im Sommer zu höheren Temperaturen kommen kann.

Bis zu 30% Mietminderung möglich

Gerichte urteilen immer wieder unterschiedlich – auch hier kommt es auf den Einzelfall an. In der Vergangenheit wurden Mietminderungen zwischen 20 und 30 Prozent als angemessen angesehen.

Sollten Sie Ihre Mieter hitzebedingt mindern wollen, weil der Vermieter keine Abhilfe leistet ist folgendes wichtig: Zahlen Sie unbedingt vorerst die gesamte Miete unter Vorbehalt! Behalten Sie nämlich einen Teil als Mietminderung ein, kann es im schlimmsten Fall zu einem Mietrückstand kommen bei dem eine Kündigung des Mietvertrages droht.

Bild: iStock/tommaso79

Ron Perduss

Ich bin gelernter Bankkaufmann. Als Journalist mache ich seit über 20 Jahren Radio und seit 8 Jahren Fernsehen. Seit 2009 habe ich mich auf Verbraucherthemen spezialisiert. Fokus sind hier Ihre Fragen rund um Finanzen, Versicherungen, Verbraucher- und Reiserecht. Außerdem teste ich regelmäßig Produkte. Meine Beiträge laufen auch auf verschiedenen Radio- und TV-Sendern.

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