Lockdown: So gibt es die Fitnessstudio-Beiträge zurück!

Seit Juni haben die Fitnessstudios in Deutschland wieder geöffnet. Während viele Fitnessbegeisterte sich freuen, endlich trainieren zu können sind andere immer noch ziemlich sauer. Haben sie doch im Lockdown weiter ihre Mitgliedsbeiträge gezahlt und warten heute noch auf Rückerstattung.

Bereits im Dezember hatte ein Gericht entschieden, dass Verbraucher diese Beiträge zurückerhalten müssen! Nun gibt es ein weiteres, neues Gerichtsurteil, welches dabei helfen könnte Mitgliedsbeiträge wieder zurückzubekommen. 

Das Urteil

Ein Urteil des Landesgerichts Osnabrück macht Hoffnung: Ein Mitglied hatte geklagt, weil er nach fristgerechter Kündigung seines Vertrags die im Lockdown gezahlten Beiträge zurückhaben wollte. Das Studio verweigerte die Auszahlung und bot an, den Vertrag kostenlos um die Zeit zu verlängern, in der das Studio geschlossen war. Damit war der Kunde nicht einverstanden und klagte. Das Landesgericht entschied nun, dass der Kläger im Recht sei und verpflichtete die Betreiber des Fitnessstudios zur Auszahlung der zuviel gezahlten Mitgliedsbeiträge. Das bedeutet, dass jeder der seine Beiträge aus dem Lockdown nach fristgerechter Kündigung wieder haben will, durchaus Anspruch auf Auszahlung hat.

Auch das Amtsgericht Hamburg urteilte kürzlich, dass das Fitnessstudio keine Ansprüche auf Zahlung der Mitgliedsbeiträge hat, sofern das Studio pandemiebedingt geschlossen war. Im speziellen Fall zahlte der Kunde die Beiträge während des Lockdowns nicht. Das Fitnessstudio startete daraufhin Inkassomaßnahmen. Zu Unrecht, sagt das Gerügt!

So können Sie Ihre Beiträge zurückfordern

Wenden Sie sich schriftlich, per Einschreiben an ihr Fitnessstudio! Die korrekte Anschrift finden Sie in ihrem Vertrag, Verweisen Sie darin auf die diversen Gerichtsurteile und setzen Sie eine Frist von zwei Wochen. Erfahrungsgemäß bleiben die meisten Studiobetreiber erstmal stur – doch es lohnt sich hartnäckig zu bleiben! Haken Sie immer wieder nach!

Sollte auch das nicht helfen, so können Sie versuchen ihre Ansprüche auch anwaltlich durchsetzen zulassen. Hier sollten Sie jedoch beachten, dass es bisher noch keine höchstrichterliche Entscheidung gibt. Es ist also möglich, dass andere Gerichte auch gegen uns Verbraucher entscheiden und Sie im schlimmsten Fall auf den Kosten sitzen bleiben. Wer eine Rechtsschutzversicherung hat, kann die Kosten für den Rechtsbeistand gegebenenfalls zurückerhalten – hier sollten Sie sich aber vor dem Gang zum Anwalt bei ihrer Versicherung informieren.

Sie haben ihrem Anbieter geschrieben? Uns interessiert, was dabei rausgekommen ist! Schreiben Sie uns mit ihren Erfahrungen!

Bild: iStock/ProStock-Studio

Ron Perduss

Ich bin gelernter Bankkaufmann. Als Journalist mache ich seit über 20 Jahren Radio und seit 8 Jahren Fernsehen. Seit 2009 habe ich mich auf Verbraucherthemen spezialisiert. Fokus sind hier Ihre Fragen rund um Finanzen, Versicherungen, Verbraucher- und Reiserecht. Außerdem teste ich regelmäßig Produkte. Meine Beiträge laufen auch auf verschiedenen Radio- und TV-Sendern.

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