Zins-Deckel: Hohe Dispo-Zinsen bald Geschichte?

Wer heute seinen Dispositionskredit auf dem Girokonto nutzt, zahlt immer noch hohe Zinsen. Im Schnitt fallen 5 bis 6% für die genehmigte Überziehung an. Einige Banken kassieren aber auch deutlich mehr. Im Oktober 2020 wertete die Stiftung Warentest die Daten von über 1.200 Banken, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken aus. Mit erschreckenden Ergebnissen: Denn es gibt Banken, die ihren Kunden über 10% Zinsen pro Jahr für eingeräumte Überziehungen abknöpfen! Zum Vergleich: Für unsere Spareinlagen gibt es teilweise nicht einmal mehr 0,1% Zinsen.

Zu Recht hat die Verbraucherschutzministerkonferenz der Länder in diesem Monat die Bundesregierung aufgefordert, Dispozinsen zukünftig gesetzlich zu regeln. Hierzu soll es zukünftig Deckelungen der Zinshöhe geben. Ein schöner Plan, aber bereits 2012 und 2014 gab es ähnliche Forderungen, die bisher nicht umgesetzt wurden.

Girokonten mit günstigen Dispozinsen 

  • Deutsche Skatbank – 0,00%
  • GLS Bank –  0,00%
  • Comdirect –  6,50%
  • DKB –  6,65%

Stand: 05/21 (Alle Angaben ohne Gewähr.)

Wie geht es beim Dispo nun weiter?

Der Genossenschaftsverband Bayern droht bereits mit der Abschaffung des Dispokredites, sollte es eine Deckelung geben. Ob es tatsächlich soweit kommt, bezweifle ich. Vielmehr passiert aktuell wieder eines: die hohen Zinsen für Dispositionskredite stehen wieder einmal im Fokus. Und das bringt vielleicht auch Sie dazu, einmal Ihre Bank zu hinterfragen.

Grundsätzlich ist es nicht verkehrt, diese Reserve für den Notfall zu haben. Vielmehr sollte der Dispo auch nicht sein. Sind Sie dauerhaft in den Miesen zahlen Sie womöglich auch zuviel und sollten über Alternativen nachdenken. Je nach Höhe Ihres Dispokredites lohnt sich die Umschuldung in einen Ratenkredit!

Wie viel kann ich bei der Umschuldung sparen?

Das kommt ganz auf die Konditionen Ihrer Bank und Ihre Bonität an. Wenn Sie einen durchschnittlichen Dispo-Zins von 7% annehmen und im Vergleich einen Ratenkredit mit 3% p.a. erhalten können, so sparen Sie bei einer 5.000 Euro (vereinfacht gerechnet) locker 200 Euro pro Jahr an Zinsen. Lassen Sie sich hier am besten bei Ihrer Bank beraten oder machen Sie einen Vergleich der Konditionen über ein Vergleichsportal.

Bild: iStock/dobok

Ron Perduss

Ich bin gelernter Bankkaufmann. Als Journalist mache ich seit über 20 Jahren Radio und seit 8 Jahren Fernsehen. Seit 2009 habe ich mich auf Verbraucherthemen spezialisiert. Fokus sind hier Ihre Fragen rund um Finanzen, Versicherungen, Verbraucher- und Reiserecht. Außerdem teste ich regelmäßig Produkte. Meine Beiträge laufen auch auf verschiedenen Radio- und TV-Sendern.

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