Welche Marke steckt hinter No-Name Produkten?

Dank der Mehrwertsteuersenkung im vergangenen Jahr wurden auch Lebensmittel günstiger. Diese Preissenkung haben viele Discounter auch nach der Anpassung der Mehrwertsteuer auf dem alten Niveau beibehalten.

In den letzten Wochen wurden jedoch die Preise – gerade auch für Markenartikel – kräftig angehoben. Das zeigen Auswertungen des Portals preiszeiger.eu

Beim Supermarkt-Einkauf sparen geht aber trotzdem: indem Sie auf Eigenmarken bzw. No-Name Produkte setzen. Nicht nur, dass diese regelmäßig bei Produkttests der Stiftung Warentest vordere Plätze belegen. Meist stecken hinter den Eigenmarken etablierte Markenhersteller.

Wie erkenne ich die Markenprodukte hinter den Eigenmarken?

Es gibt – je nach Produktgruppe – verschiedene Methoden, die “wahren” Hersteller von No-Name Produkten zu identifizieren. Unternehmen, die Fleisch oder Milcherzeugnisse herstellen, benötigen eine entsprechende Zulassung. Diese wird durch die Vergabe einer Veterinärkontrollnummer bestätigt. Über eine Zahlen/Buchstaben-Kombination kann man so Betriebe leicht identifizieren, da die Nummer immer einem Unternehmen fest zugeordnet ist. So tragen Produkte, die aus der Fleisch- oder Milchproduktion kommen, immer die gleiche Nummer, sofern sie aus dem selben Herstellerbetrieb kommen. Hieran lassen sich also schnell die wahren Hersteller identifizieren.

Bei anderen Lebensmitteln hilft meist schon der Blick auf die Zutatenliste. Ist diese absolut identisch, kann oft davon ausgegangen werden, dass das Produkt vom selben Hersteller kommt. Auch der Herstellungsort gibt oft Auskunft darüber. Viele Lebensmittelproduzenten unterhalten ihre Fabriken auf der grünen Wiese, meist in kleinen Gemeinden. So lassen sich Markenhersteller schnell identifizieren, wenn sie in der selben Fabrik auch für die Discounter produzieren.

Versteckte Markenartikel

Das Portal wer-zu-wem.de hat sich mit hunderten Produkten beschäftigt und die Hersteller verschiedener Eigenmarken recherchiert. Eine Auswahl:

  • Fettarmer Joghurt K-Classic von Kaufland – hergestellt von BAUER Milch
  • Landfein Markenbutter von Norma – hergestellt von MÜLLER Milch
  • All Seasons Rahmspinat ALDI – hergestellt von IGLO
  • Ocean Traders Fischstäbchen LIDL – hergestellt von FROSTA
  • Sonniger Orangensaft ALDI – hergestellt von VALENSINA

Es lohnt sich also, auch auf Eigenmarken und No-Name Produkte zu setzen. Sie sind oft gut bewertet und mit dem Einkauf sparen Sie sich bis zu 30% im Vergleich zum direkten Markenprodukt. Eine vierköpfige Familie kann so statistisch gesehen ca. 800 Euro* im Jahr beim Lebensmitteleinkauf sparen, wenn Sie auf No-Name Produkte setzt.

* Quelle: Konsumausgaben laut Statistischem Bundesamt

Bild: iStock/FamVeld

Ron Perduss

Ich bin gelernter Bankkaufmann. Als Journalist mache ich seit über 20 Jahren Radio und seit 8 Jahren Fernsehen. Seit 2009 habe ich mich auf Verbraucherthemen spezialisiert. Fokus sind hier Ihre Fragen rund um Finanzen, Versicherungen, Verbraucher- und Reiserecht. Außerdem teste ich regelmäßig Produkte. Meine Beiträge laufen auch auf verschiedenen Radio- und TV-Sendern.

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