Krankenkassen werden teurer!

Es war abzusehen und wird nun immer wahrscheinlicher: die Kassenbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung werden in 2022 sicher steigen. Das Defizit bei den Kassen liegt nach Aussagen des Bundesgesundheitsministeriums bei 1,9 Milliarden Euro (1. Halbjahr 2021). Es ist also klar, dass es ohne Beitragserhöhungen im neuen Jahr nicht gehen wird.

Aktuelle Situation

Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung teilt sich derzeit in zwei Blöcke auf: den allgemeinen Beitragssatz und den Zusatzbeitrag. Erster ist für alle Krankenkassen gleich. Dieser liegt aktuell bei 14,6%. Der Zusatzbeitrag wird wiederum von den Krankenkassen individuell festgelegt. Den geringsten nimmt aktuell die hkk mit 0,39% den höchsten Zusatzbeitrag kassiert die BKK24 mit 2,50% (seit 01.09.2021). Ob nun der allgemeine Beitragssatz erhöht wird oder der Zusatzbeitrag ist aktuell noch offen.

Sparen mit einem Kassenwechsel

Zwischen der aktuell günstigsten und der aktuell teuersten Kasse liegen 2,11% Prozentpunkte. Was bedeutet, dass ein Arbeitnehmer mit einem Bruttoeinkommen von 4.000 Euro im Monat um die 80 Euro mehr zahlt, wenn er Mitglied in der derzeit teuersten Kasse ist. Hierbei handelt sich um den Gesamtbeitrag, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen. Sicherlich kann es an der ein oder anderen Stelle Sinn machen, die Kasse zu wechseln um Geld zu sparen. Dabei ist zu beachten, dass gut 95% der Leistungen in allen Kassen gleich sind. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Unterschiede gibt es nur in den Zusatzleistungen, die von Kasse zu Kasse variieren. Die eine zahlt die jährliche Prophylaxe beim Zahnarzt, die andere Kasse bezuschusst den Besuch im Fitnessstudio. Je nach persönlichen Bedürfnissen macht es Sinn, die passende Kasse auszuwählen.

Wie finde ich die richtige Kasse?

Alle abzutelefonieren wäre sicher zu aufwändig. Ich empfehle die verschiedenen Vergleichsportale, die eine gute Orientierung geben. Ganz vorn ist hier das Portal Finanztip zu nennen. Auch bei den kommerziellen Anbietern wie Check24 finden Sie einen Kassenvergleich.

Wie läuft der Kassenwechsel ab?

Zuerst ist es zwingend notwendig, dass Sie mindestens 12 Monate in der aktuellen Krankenkasse versichert sind. Erst dann ist eine Kündigung möglich. Diese “Wartezeit” gilt nicht, wenn Ihre Krankenkasse die Beiträge erhöht. Dann steht Ihnen ein Sonderkündigungsrecht zu. Der Wechsel selbst ist recht einfach: Sie schließen einen neuen Mitgliedsvertrag ab – das geht meist Online – und die neue Kasse kümmert sich um den Rest. Sie kündigt Ihrer alten Krankenkasse und sie informiert auch Ihren Arbeitgeber über den Wechsel.

Bild: iStock/LotharDrechsel

Ron Perduss

Ich bin gelernter Bankkaufmann. Als Journalist mache ich seit über 20 Jahren Radio und seit 8 Jahren Fernsehen. Seit 2009 habe ich mich auf Verbraucherthemen spezialisiert. Fokus sind hier Ihre Fragen rund um Finanzen, Versicherungen, Verbraucher- und Reiserecht. Außerdem teste ich regelmäßig Produkte. Meine Beiträge laufen auch auf verschiedenen Radio- und TV-Sendern.

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