Bank muss Geld erstatten!

Wie oft wird uns Verbrauchern das Geld aus der Tasche gezogen. Da ist es eine Wohltat, dass es dieser Tage einmal ein Urteil zugunsten uns Verbrauchern gab. Und meiner Meinung nach ein recht spektakuläres Urteil! Der Bundesgerichtshof hatte über die Klage der Verbraucherzentrale Bundesverband gegen die Postbank zu entscheiden. Es ging um die (gängige) Praxis, dass Erhöhungen von Kontoführungsgebühren uns Kunden zwar mitgeteilt wurden, aber eine explizite Zustimmung bisher nicht notwendig war. Beziehungsweise unser Schweigen als Zustimmung betrachtet wurde.

Dem hat der BGH nun mit seinem aktuellen Urteil einen Riegel vorgeschoben. Will die Bank die Gebühren für die Kontoführung erhöhen, reicht nicht einfach eine Mitteilung an den Kunden aus. Vielmehr braucht es nun die Zustimmung zur Preiserhöhung.

Was bedeutet das nun für mich?

Im konkreten Fall ging es zwar um die Postbank, aber da die Allgemeinen Geschäftsbedingungen bei fast allen Banken und Sparkassen gleich sind, hat das Urteil sehr wahrscheinlich Auswirkungen auf alle Banken. Das bedeutet auch ganz konkret, dass Sie die Preiserhöhungen, die in den letzten drei Jahren (nach 01.01.2018) durch Ihre Bank veranlasst wurden, nicht hinnehmen müssen. Sie können die zu viel gezahlten Gebühren – nebst Zinsen – zurückfordern.

Chance für einen Kontowechsel

In diesem Zusammenhang macht es auch Sinn, sich einmal mit den Kosten für das eigene Girokonto ganz allgemein zu befassen. Denn tatsächlich zahlen immer noch zu viele Verbraucher überhöhte Kontoführungsgebühren. Je nach Bank liegen die Kosten schnell bei 100-250 Euro im Jahr. Dabei gibt es durchaus günstige Alternativangebote. Wer keine persönliche Betreuung durch eine Filiale benötigt, ist bei den Direktbanken wie der ING oder der DKB gut aufgehoben.

Wer auf die persönliche Beratung nicht verzichten will, kann aber trotzdem sparen. Verschiedene Banken bieten hier günstige Kontenmodelle an, die jährlich zwischen 20 und 50 Euro kosten. In diesem Zusammenhang freut mich die Entscheidung der comdirect aus dieser Woche, die geplante Gebührenanpassung bei Ihrem “Kostenlos-Konto” wieder zurückzuziehen.

Die Stiftung Warentest hat ihre Datenbank über alle Girokonten in Deutschland und deren Preismodelle kürzlich kostenlos gestellt.

Bild: iStock/jojoo64

Ron Perduss

Ich bin gelernter Bankkaufmann. Als Journalist mache ich seit über 20 Jahren Radio und seit 8 Jahren Fernsehen. Seit 2009 habe ich mich auf Verbraucherthemen spezialisiert. Fokus sind hier Ihre Fragen rund um Finanzen, Versicherungen, Verbraucher- und Reiserecht. Außerdem teste ich regelmäßig Produkte. Meine Beiträge laufen auch auf verschiedenen Radio- und TV-Sendern.

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